Brustkrebs und Armlymphödem
Früh erkennen und vorbeugen
Wenn die Krebstherapie das Lymphsystem belastet
Viele Brustkrebspatientinnen wissen nicht, dass nach Operationen oder Bestrahlungen ein erhöhtes Risiko für ein sogenanntes sekundäres Lymphödem besteht. Der Arm auf der behandelten Seite ist besonders betroffen. Diese Form des Lymphödems kann schleichend entstehen. Unbehandelt führt sie oft zu dauerhaften Beschwerden. Deshalb ist es wichtig, frühzeitig informiert zu sein – und gezielt vorzubeugen.
Warum entsteht ein Lymphödem nach Brustkrebs?
Das Lymphsystem transportiert Gewebsflüssigkeit und Abfallstoffe ab. Bei einer Brustkrebsbehandlung werden häufig Lymphknoten in der Achsel entfernt oder bestrahlt. Dadurch kann der Abfluss der Lymphe gestört werden. Flüssigkeit staut sich im Gewebe – meist im Oberarm, Unterarm oder an der Brustwand.
Wer ist besonders gefährdet?
Nicht jede Frau mit Brustkrebs entwickelt ein Lymphödem. Das Risiko ist höher bei:
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Entfernung vieler Lymphknoten
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Bestrahlung der Achselregion
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Infektionen oder Verletzungen am betroffenen Arm
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Hohes Körpergewicht
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Mangelnder Bewegung nach der OP
Wie erkenne ich frühzeitig ein Armlymphödem?
Frühe Anzeichen sind oft subtil und werden leicht übersehen. Achten Sie auf:
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Spannungsgefühl oder Schwere im Arm
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Leichte Schwellungen, zum Beispiel an Handgelenk oder Fingern
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Unterschiedliche Armumfänge
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Eingeschränkte Beweglichkeit
Je früher ein Lymphödem erkannt wird, desto besser lässt es sich behandeln.
Welche Maßnahmen helfen zur Vorbeugung?
1. Frühzeitige Beratung
Lassen Sie sich schon vor der Brustkrebs-OP zum Thema Lymphödem beraten. Viele Kliniken bieten Lymphsprechstunden an.
2. Selbstkontrolle
Vergleichen Sie regelmäßig beide Arme und achten Sie auf kleine Unterschiede.
3. Bewegung und Physiotherapie
Gezielte Übungen fördern den Lymphfluss. Besonders hilfreich sind sanfte Bewegungsformen wie Schwimmen, Yoga oder Nordic Walking.
4. Hautpflege
Verletzungen vermeiden – denn Infektionen erhöhen das Risiko für ein Lymphödem.
5. Frühe Diagnostik
Moderne Verfahren wie Bioimpedanz oder Volumenmessung erkennen Lymphstörungen oft schon vor sichtbaren Symptomen.
Was tun bei Verdacht?
Wenden Sie sich an Ihre Klinik, eine lymphologische Fachpraxis oder ein spezialisiertes Zentrum. Wird früh diagnostiziert, kann mit Lymphdrainage, Kompression und Bewegung effektiv gegengesteuert werden.
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